Mi
17
Jun
2009
Erster Nationaler Bildungsbericht veröffentlicht
47 Bildungsexperten als Autoren
Heute hat Bildungsministerin Claudia Schmied dem Ministerrat den ersten Nationalen Bildungsbericht vorgelegt. Der Bericht ist ab sofort über die Homepage des Bildungsministeriums abrufbar.
„Ich stehe für eine faktenorientierte Bildungspolitik. Der heute präsentierte Bildungsbericht ist eines von mehreren Instrumenten für eine solche Politik. Bildungspolitische Entscheidungen sollen sich an Erkenntnissen über Stärken und Schwächen unseres Bildungssystems orientieren. Die Bildungswissenschaft ist dafür ein enger Partner zur Schaffung von Informationsgrundlagen. Der Bericht soll gegenüber der Öffentlichkeit und dem Gesetzgeber einen Beitrag zu mehr Klarheit hinsichtlich des Status quo des Schulwesens schaffen. Ich nehme die Thesen der Experten ernst und freue mich darauf, den Bericht auf breiterer Basis zu diskutieren und Schlüsse für bildungspolitische Entscheidungen zu ziehen", so Bildungsministerin Claudia Schmied.
Im Sommer 2007 erging durch die Bildungsministerin der Auftrag an das BIFIE, eine Pilotversion für einen Nationalen Bildungsbericht Österreich zu erstellen.
Das Konzept, die Organisation und die budgetären Rahmenbedingungen wurden im Jahr 2007 in mehreren Sitzungen einer Steuergruppe unter der Leitung von Werner Specht (BIFIE) festgelegt.
Der Steuergruppe gehörten an:
- Prof. Dr. Herbert Altrichter (Uni Linz)
- Prof. Dr. Ferdinand Eder (Uni Salzburg)
- Dr. Lorenz Lassnigg (IHS)
- Prof. Dr. Georg Neuweg (Uni Linz)
- Prof. Dr. Christiane Spiel (Uni Wien)
Die inhaltliche Konzeption, das gestufte Verfahren der Umsetzung und der Qualitätssicherung wurde von diesem Gremium gemeinsam verabschiedet.
Insgesamt arbeiteten 47 Autoren an der Gestaltung des Berichts mit. Als Autoren konnten wissenschaftliche Fachleute gewonnen werden, die zu den qualifiziertesten Personen in ihrem jeweiligen
Fachgebiet in Österreich zählen und zumeist über die Grenzen hinaus bekannt und ausgewiesen sind.
Der Bericht ist in zwei Teile gegliedert, die auch äußerlich als zwei Bände sichtbar werden:
Der erste Teil präsentiert Daten und Indikatoren zum Schulsystem in Österreich, die sich auf Bildungsstatistik und Bildungsmonitoring stützen und die Aspekte der Qualität dieses Schulwesens entweder
direkt abbilden oder aber kritische Bedingungen für einen Gewinn oder Verlust an Qualität aufzeigen.
Der zweiter Teil enthält Expertisen führender österreichischer Bildungswissenschafter zu zentralen Entwicklungsthemen und Problemfeldern des Schulwesens. Die Auswahl dieser Themen orientiert sich an der von den Experten wahrgenommenen Bedeutung der Thematik für die Gesamtentwicklung des österreichischen Schulwesens. Die thematischen Schwerpunkte wurden mit den Bildungssprechern der Parlamentsparteien vorbesprochen.
Die Beiträge des Berichts sind mehrfach qualitätsgesichert:
Die Autoren erhielten vorab differenzierte Hinweise für die Gliederung und Gestaltung der Berichte.
Auf die jeweilige Erstfassung erhielten die Autorinnen und Autoren Feedback durch die Steuergruppe.
Die Endfassung wurde durch internationale Expertinnen und Experten begutachtet, die noch einmal Hinweise für Qualitätsverbesserungen gaben.
Die Gesamtkosten des Berichts belaufen sich auf ca. € 400.000. Darin inkludiert sind sämtliche Planungskosten, die Honorare für Autoren und Gutachter, sowie Lektorat, Layout und Druck des Berichtes.
Die vorliegende Pilotversion des Bildungsberichts ist in erster Linie Produkt einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) und den beteiligten Wissenschaftern aus Universitäten, Forschungsinstituten und Pädagogischen Hochschulen. Der Bericht soll das Potential eines solchen Instruments deutlich machen.
Zukünftige Folgeberichte sollten stärker auf die zentralen bildungspolitischen Themen und Fragestellungen fokussiert werden. Die enge Zusammenarbeit in der Berichtskonzeption
zwischen Bildungsministerium, BIFIE und Bildungsforschung stellt dafür eine wichtige zukünftige Voraussetzung dar.
„Ich freue mich auf vertiefende Diskussionen, vor allem im Parlament", so Schmied abschließend.
Beide Bände des Bildungsberichts sind ab sofort auf der Homepage des BIFIE (www.bifie.at) abrufbar.
Quelle: OTS0017 II, CI 16.06.2009

